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Witterungseinfluss - Winterbaumassnahmen

Zuerst muss Schnee und Eis auf Plätzen, Zugängen, Decken, Schalungen, Mauern, Dächern usw. zwingend entfernt werden.

Betonieren:
Gefriert das Wasser im teilweise abgebundenen Beton, so entstehen schwere Schäden infolge Sprengwirkung. Besonders gefährdet sind dünne Bauelemente (bis stärke 20cm) aber auch bei Betonteilen über 20 cm sind Schutzmassnahmen notwendig, wenn die Temperatur unter -2°C sinkt. Bei Temperaturen unter +5°C bleibt die Erhärtung des Betons praktisch stehen, Ausschalfristen müssen berücksichtigt werden.

Beim Betonieren gelten grundsätzlich folgende Frostschutzmassnahmen, die in Abhängigkeit der Temperatur zu beachten sind.
Ist die Temperatur über +1°C braucht es keine Frostschutzmassnahmen. Besteht die Gefahr einer kalten, klaren Nacht, so gelten bereits die folgenden Massnahmen:

Temperatur bis -5°C:
- Zementdosierung nicht unter PC 300
- Reduktion des Anmachwasser (möglichst erdfeuchten oder schwach plastischen Beton herstellen)
- Kiessand darf keine gefrorenen Knollen enthalten
- Befreien der Schalung und der Armierung von Schnee und Eis
- Abdecken der Betonoberfläche mit Thermomatten

Temperatur bis -5°C bis -10°C:
Es wird nur mit spezieller Bewilligung des Ingenieurs oder der Bauleitung betoniert! Gegenüber den Massnahmen bis -5°C müssen folgende zusätzliche Vorkehrungen getroffen werden:

- Beton vorwärmen (Anmachwasser + Zuschlagsstoffe jedoch nicht über 20°C)
- Der Raum unter der zu betonierenden Decke ist auf ca. +5°C während ca. 4 Tagen nach dem   Betonieren zu erwärmen
- Abdecken der Betonoberfläche während mindestens 1 Woche mit Thermomatten
- Dünne Elemente dürfen nicht mehr betoniert werden
- Nie auf gefrorenen Boden betonieren (Bodenplatten)
- Bei Frostschutzmittelbeigabe keinesfalls weitere Zusatzmittel verwenden

• Zusatzmittel
Frostschutzmittel, diese müssen unbedingt chloridfrei sein, beschleunigen im Allgemeinen die Reaktion des Zementes, setzen den Gefrierpunkt des Wassers herab und bewirken eine Wasserreduktion (Plastifizierung). Die Dosierung und die Angaben der Lieferfirma sind strikte zu befolgen. Frostschutzmittel dürfen nur mit spezieller Bewilligung des Ingenieurs und des Bauleiters angewendet werden

• Frischbeton
Er enthält normalerweise bereits ein Frostschutzmittel, welches im Frischbetonwerk ab einer bestimmten Temperatur beigegeben wird. Bei den langen Transportwegen kann der Frischbeton unter Umständen stark unterkühlt auf der Baustelle ankommen. Er sollte daher auf dem Transport mit einer Blache abgedeckt und auf der Baustelle rasch verarbeitet werden.

Maurerarbeiten:
Unter dem Gefrierpunkt sollte nicht mehr gearbeitet werden. Wird bei einer Aussentemperatur unter 5°C gemauert, sind folgende Bedingungen einzuhalten:

-Beim Auslegen sollte der Mörtel mindestens eine Temperatur von +10° haben und darf nicht verzögert werden (kein verlängerter Mörtel)
-Die Steine sollten trocken und mit einer Temperatur über dem Gefrierpunkt vermauert werden
-Die Steine sollten sofort und beidseitig auf ganzer Höhe abgedeckt werden.
-Am Abend müssen die Mauererarbeiten rechtzeitig eingestellt werden

Gerüsteinhausung mittels Plastikfolien:
Einhausungen
werden bei wetter- und witterungsabhängigen Bauarbeiten wie Aussendämmung, Malerarbeiten, Flachdacharbeiten usw. eingesetzt, um die Bauarbeiten nicht unterbrechen oder gar stoppen zu müssen.

Wird eine gute Beheizung der Baustelle sowie die erwähnten Winterbauschutzmassnahmen eingehalten, kann die Bautätigkeit auch in der kalten Jahreszeit fortgesetzt werden.