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Bauaustrocknung

Durch die technischen Fortschritte und den gestiegenen Wettbewerb innerhalb der Baubranche konnte die durchschnittliche Bauzeit bei der Massivbauweise von Einfamilienhäusern in den letzten Jahren massiv gesenkt werden. Die gewonnene Effizienz macht vor allem den Bauherren Freude, schliesslich gilt gerade beim Hausbau das bekannte Sprichwort «Zeit ist Geld».

Achtung: Zeitplan in Gefahr!

Doch stellt die immer kürzer werdende Erstellungszeit gerade Architekten, Bauleitung und Bauunternehmen vor neue Herausforderungen. Denn gerade die Massivbauweise hat einen natürlichen Feind: Wasser. Dieses wird durch die Verarbeitung von Beton, Mörtel und Verputze in der Bausubstanz gespeichert und führt zu einer sehr hohen Feuchtigkeit in den Räumen. Der Feuchtigkeitsgehalt in einem Kubikmeter Beton kann während der Bauphase bis zu 200 Liter betragen, je nach Jahreszeit und Material.

Auf ein herkömmliches Einfamilienhaus gerechnet kommen so bis zu 7'000 Liter Wasser, das lieber früher als später aus der Bausubstanz gebracht werden sollte. Denn solange Wände, Böden und Decken einen zu hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen, kann nicht mit dem Innenausbau begonnen werden, was wiederum oft zu Verzögerungen oder Pfusch durch Termindruck führt. Auch Folgeschäden treten durch eine zu hohe Feuchtigkeit in der Bausubstanz oftmals auf.

  • Schimmel an Wand und Decke
  • Schlechte Luftqualität
  • Abbröckeln des Wand- und Deckenverputz
  • Schäden an Fussböden, Fensterrahmen

Was ist zu beachten?

Um die Bauzeit einhalten und teure Folgeschäden verhindern zu können gibt es verschiedene Optionen, die Restfeuchtigkeit zu verringern. Dabei muss beachtetet werden, dass die Entfeuchtung von Objekten nicht nur während der Bauphase, sondern und vor allem während der Wohnphase zum Thema wird. Eine Faustregel besagt, dass Beton und Verputz erst nach zwei Heizperioden eine stabile Grundfeuchtigkeit erlangt haben.

1. Bautrocknung während der Bauphase

Während der Bauphase liegt es in der Verantwortung der General- und Bauunternehmung, die notwendigen Massnahmen zur Reduzierung von Baufeuchtigkeit zu unternehmen. Wann immer möglich ist es ratsam, ein Einfamilienhaus nicht während den Wintermonaten zu bauen, wenn die Temperaturen tief und eine natürliche Bauentfeuchtung fast ausgeschlossen ist. Weiter ist das Bauwerk auf jeden Fall durch eine manuelle Abdeckung mit Kunststofffolien vor Regenwasser zu schützen.

Wird ein Einfamilienhaus zwischen Frühling und Herbst gebaut, ist regelmässiges lüften eine gute und natürliche Möglichkeit um das Bauwerk zu entfeuchten. Oft reicht dies jedoch nicht aus, um dem hohen Zeitdruck nachzukommen. Deshalb werden in vielen Neubauten mobile Hochleistungsgeräte zur Entlüftung eingesetzt. Mit solchen Geräten können Zeitersparnisse bei der Entfeuchtung von mehreren Wochen erzielt werden, damit Gipser, Maler und Bodenleger rechtzeitig ihre Arbeit aufnehmen können. Die Kosten für die technische Entfeuchtung lohnen sich somit meistens mehrfach und werden bereits bei der Kostenberechnung einbezogen.

  • Nicht zwingend im Winter bauen
  • Bauwerk vor Regen schützen
  • Regelmässiges Stosslüften
  • Entfeuchten mittels Warmbläser

2. Bautrocknung während der Wohnphase

Nach dem Einzug ins neue Heim beginnt die zweite Phase der Bauaustrocknung. Zu beachten ist, dass ein Gebäude nie vollständig «ausgetrocknet» ist. Eine Grundfeuchtigkeit ist von Natur aus gegeben und beträgt in einem beheizten und geschlossenen Gebäude zwischen 6 und 12 Prozent. Dieser Wert kann variieren, da einerseits der Mensch selbst, aber auch seine Tätigkeiten wie kochen oder duschen die Feuchtigkeit im Haus steigen lässt.

Deshalb ist es unerlässlich, die Räume regelmässig zu lüften. Bei Räumen wie Dusche und Küche, die regelmässig mit Wasser oder Feuchtigkeit in Kontakt kommen, gehören Luftabzugssysteme zur Standardausrüstung. Bei Kellerräumen können zusätzlich angebrachte Gitter in Türen für eine bessere Luftzirkulation Abhilfe bei einer zu hohen Feuchtigkeit schaffen.

Gerade in den ersten zwei Jahren nach Fertigstellung des Wohnobjektes ist es ratsam, die Räume ein bis zwei Grad höher zu beheizen. Dadurch kann die Feuchtigkeit innerhalb der ersten zwei Jahre meistens auf einen normalen Wert reduziert werden. Falls auch eine etwas höhere Heiztemperatur keine ausreichende Auswirkung zeigt muss auch hier auf die mechanische Entfeuchtung mittels elektrischer Geräte zurückgegriffen werden. Dieser Einsatz dauert meistens mehrere Wochen und muss laufend überprüft werden.

  • Heiztemperatur erhöhen
  • Regelmässiges Stosslüften
  • Türgitter für bessere Luftzirkulation
  • Luftabzugssysteme

Verantwortung der Generalunternehmung

Als Generalunternehmen sind wir uns der Verantwortung für ein gesundes Klima in Ihrem neuen Einfamilienhaus bewusst. Deshalb setzen wir in Zusammenarbeit mit unseren Partner alles daran, die Bausubstanz Ihres Eigenheimes bereits während der Bauphase zu entfeuchten, damit Sie sich schon ab dem ersten Tag wohlfühlen können.